Gerald Grosz: Die Gründe für den kalten Tod im Mittelmeer

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Vor Lampedusa wird der Leichnam einer jungen Frau gefunden. In ihren Armen hält sie fest ein Kind, über den kalten Tod am Meeresboden hinaus. Zwei suchende Seelen auf dem Weg in eine bessere Zukunft, in Verzweiflung aneinander geklammert im kalten Grab des Mittelmeers. Die Bilder gehen um die Welt, treffen jede menschliche Seele ins Mark, lassen Niemanden unbeindruckt. Eine junge Frau, eine Mutter, die Zukunft für sich und ihr Kind vor Augen, ihr Hab und Gut den kriminellen Schleppern in den Rachen geworfen, ins Mittelmeer von Versprechungen einer desaströsen Einladungspolitik Europas gelockt, den gemeinsamen Tod statt dem von Kriminellen und von Politikern gleichsam versprochenen Glück gefunden. Und solange die europäischen Länder und deren Führungen ihre vermeintlich großzügige „Wir schaffen das“-Politik fortsetzen, werden Schlepper immer wieder und immer öfter ihre gutgläubigen Kunden finden, die ökonomische Armut und soziale Ausweglosigkeit von Menschen ausnutzen. Solange die NGO’s die indirekte verlängerte Werkbank dieses dreckigen Menschenhandels sind, werden immer mehr Menschen ihr ungewisses Schicksal im Mittelmeer, am Ende am Meeresboden finden. Denn solange ein Funken Hoffnung besteht, sich sein Leben zu verbessern, werden sich Flüchtlinge auf diese gefährliche Reise begeben, ihre Existenz in ihrer Heimat aufgeben, ihre Länder, ihre Häuser und Familien zurücklassen, das letzte Ersparte opfern, um mit der Aussicht der Schalmeientöne vorgeblicher Heilsbringer auf ein besseres Leben zu spekulieren. Nein, der jungen Mutter ist kein Vorwurf zu machen. Sie hat sich auf die entsandte Einladung Europas, die widersprüchlichen Signale der unfähigen Politik, auf die kriminellen Schlepper, auf die willfährigen NGO’s verlassen. Sie hat es nicht geschafft, wie die vielen anderen auch nicht, deren Schicksal durch die Beitragstäterschaft europäischer Toleranzprediger besiegelt wurde. Statt mutig und geschlossen NEIN zu sagen, Recht und Ordnung durchzusetzen, wird sich die politische Anarchie Deutschlands, Frankreichs, Italiens und aller anderen Staaten im Tod am Meeresgrund widerspiegeln. Die falsch verstandene Toleranz und geheuchelte Menschlichkeit dienen nur dem Zweck, sich nach der zweifelhaften Geschichte Europas ein humanes Antlitz zu geben. Albert Schweitzer sagte einst: Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird.

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