Gerald Grosz: Die drolligen Ausflüchte der GutmenschInnen zur Schlepperei am Mittelmeer

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Die gutmenschliche Armada der Toleranzromantiker bringt immer drolligere und auf den ersten Blick logisch erscheinende Vergleiche, um das Werk der NGO’s im Mittelmeer, also der verlängerten Werkbänke der Schlepper, in irgendeiner Form moralisch zu rechtfertigen. Jüngstes Beispiel ist ein Minister der österreichischen GrünInnen. Er sagte unlängst im vermuteten Vollbesitz seiner geistigen Kräfte: „Wenn ich an der Donau vorbei gehe und einen ertrinkenden Menschen sehe, dann hüpfe ich wenn ich schwimmen kann ins Wasser und versuche, ihn vor dem Ertrinken zu retten.“ Nicht alles was hinkt, ist auch ein Vergleich, sei gleich einmal vorangestellt! Ja es stimmt, ich bin dazu verpflichtet zu helfen und die Mehrheit der Menschheit tut dies. Aber wenn ich mich auf dieses romantische Gedankenspiel der heldenhaften Errettung aus der Donau einlassen wollte, die ideelle und geografische Verbindung zum Mittelmeer suche, bliebe mir nur folgende Antwort: Wenn ich einen Ertrinkenden bei München in der kalten Isar rette, heißt das noch lange nicht, dass ich ihn dann zur medizinischen Erstaufnahme ans Schwarze Meer schippere. Wenn ich einen Ertrinkenden am Donauufer in Krems an Land ziehe, fliege ich mit ihm auch nicht an die Charité nach Berlin zur Notaufnahme. Als Retter eines Ertrinkenden gehe ich auch nicht die Verpflichtung ein, den Erretteten bei mir zu Hause aufzunehmen. Ich bringe ihn zum nächstgelegenen Ufer, von dort zur nächstgelegenen Rettung, ins nächstgelegene Spital und wenn er gesund ist, kehrt er in sein eigenes zu Hause zurück. Als Retter des Erretteten verpflichte ich mich auch nicht, lebenslang für seinen Unterhalt zu sorgen. Und als potentieller Rettungsschwimmer stehe ich auch nicht am Ufer und fordere Nichtschwimmer gleichsam auf, ihr Leben im Wasser zu beenden, nur um retten zu können. Das ist das politische Helfersyndrom, also zuerst dem potentiellen Opfer zu schaden, um dann den Erlöser mimen zu können. Aber jetzt im Ernst, denn dieser sinnlose Tod im Mittelmeer ist eine ernste und traurige Sache. Solange es Politiker gibt, die täglich regelrecht dazu einladen, dass Menschen sich auf den Weg nach Europa machen, wird das Sterben im Mittelmeer kein Ende finden. Solange es NGO‘s gibt, die die Ertrinkenden hunderte Kilometer nach Europa bringen und nicht an die nächstgelegene Küste, wird das Sterben im Mittelmeer kein Ende finden. Solange Politik und NGOS in gemeinsamer Tateinheit das schmutzige Geschäft der Schlepper nahezu bewerben, werden Menschen ihr Hab und Gut und ihr Leben verlieren, wird das Sterben im Mittelmeer kein Ende finden. Lessing sagte: „Elende Helfer, rief der Fuchs, die nicht helfen können, ohne zugleich zu schaden!“

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