Gerald Grosz: Der Mord von Augsburg und Merkels Versagen

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Frau Merkel,

was soll man noch sagen? Wenige Wochen vor der stillen Nacht ist es in Augsburg tödliches Faktum geworden, dass ein 49-jähriger deutscher Feuerwehrmann das Weihnachtsfest mit seinen Liebsten nicht mehr begehen kann. Und wieder stirbt in Ihrem Land ein Mensch, wird seiner Familie entrissen, seiner Zukunft beraubt, wird Opfer von sogenannter milieubedingter Gewalt. Diesmal ein Feuerwehrmann, ein Mensch, der sein Leben in den Dienst seiner Mitbürger stellte, ein Idealist, ein Retter in der Not. Vor den Augen seiner Ehefrau wurde er im Blutrausch amtsbekannter Täter zu Tode geprügelt. Die Todesnachricht verbreitet sich über die Medien und sozialen Netzwerke, hunderttausende Menschen sind über dieses Schicksal ergriffen und fragen zurecht, warum dieser unschuldige Mensch zu Tode kam? Weil er zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort war, lautet die recht einfache Antwort. Weil er sich im Dezember 2019 am Heimweg von einem Weihnachtsmarkt auf deutschen Straßen frei bewegte, sich in der Öffentlichkeit des von Ihnen geführten Landes in Sicherheit wog. Ersten Erkenntnissen zufolge war es eine „Zufallsbegegnung“ zwischen dem Opfer und seinen Mördern. Zufall, Frau Merkel, ist es angesichts der immer wiederkehrenden Einzelfälle schon lange nicht mehr. Wie weit ist denn Ihr persönliches Deutschland mittlerweile verkommen, dass man sich als rechtschaffener Mensch auf den Straßen Ihrer Großstädte schon lange nicht mehr sicher ist? Das Motiv der Täter? Recht einfach: Gewaltbereitschaft, Brutalität, Empathielosigkeit, Grausamkeit. Vielleicht findet sich ja noch ein Staatsanwalt oder ein Gutachter Ihres Justizsystems der vielleicht eine psychische Störung der bereits polizeibekannten Täter wortreich befunden könnte, um sich ja nicht die vielfältigen Probleme Ihrer Integrations- und Sicherheitspolitik eingestehen zu müssen. Und was machen Sie, Frau Merkel? Sie schweigen! Als Ihr Minister Humpty Dumpty über die Treppen flog, waren Ihre Genesungswünsche schneller im Spital, als der gefallene Patient selbst. Wenn einer Ihrer Landsleute sich in die Hundertschar der Toten Ihrer katastrophalen Gesellschafts- und Sicherheitspolitik einreiht, schweigen Sie. In der Empathie- und Herzlosigkeit sind Sie den Tätern in Ihrer Verbohrtheit wahrscheinlich näher als man denkt. Sie versagen nicht nur schmerzreich politisch, sondern auch längst menschlich. Frohe Weihnachten 2019!

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