Gerald Grosz: Beim Wirt wird kontrolliert, 2015 an der Grenze nicht. Mit Humor durch Corona!

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Sie kennen die Bilder noch? Es ist ja kaum 5 Jahre her! Aber sofern Sie es verdrängt haben sollten, ich rufe Sie ihnen gerne ins müde Gedächtnis. Da strömten Menschenmassen, hunderttausende, unregistriert quer durch Europa, überschritten ungehindert Grenzen. Kein Pass wurde kontrolliert, kein Name aufgenommen. Mit dem Satz „Wir schaffen das“ wurde jede Registrierungspflicht von höchster Stelle pardoniert, denn wie kann man nur in dieser Situation.

Und jetzt befinden wir uns in der Gegenwart im Jahr 2020, in Ihrem Wirtshaus zum dreckigen Löffel, im Restaurant zur Goldenen Gans, an der Bar zum schiefen Turm. Nun werden wir kontrolliert, tauschen für einen schnellen Cappuccino unter Wahrheitspflicht unseren Namen, unsere Adresse, unsere Telefonnummer und E-Mail ein. Was die Zollwache und die Polizei vor 5 Jahren nicht durfte – sie wissen, wegen der Toleranz warats gewesen – müssen nun die Wirte besorgen.

Vor 5 Jahren gings für die Verweigerung der Identität, mangels verlorenem Pass, direkt in die Sozialsysteme. Heute bekommt Sie eine Strafe. Und zwar eine saftige. Vor 5 Jahren haftete niemand für die Gäste, nicht einmal Merkel, Faymann, Kurz und Co. Heute haftet der Wirt für Sie, mit seinem Umsatz, den er schon längst nicht mehr generiert. Die Zollhäuser haben wir einerseits abgebaut, dank der panischen Grippen bauen wir den Grenzbalken am Stammtisch wieder auf, da darf der Gast die Unterhose runter lassen.

Vielleicht wäre es überhaupt gescheiter, unsere zigtausenden künftigen arbeitslosen Gastronomen in Zukunft an die Grenze zu stellen. Denn offenbar traut man ihnen ja mehr zu, als dem vielbeschworenen Rechtsstaat. Ganz mein Humor.

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