Gerald Grosz: An Genossin Hennig-Wellsow, oberste Geschichtsrevisionistin des ZK der Deutschen Linken

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Frau Susanne Hennig-Wellsow,

Genossin Linke!

Die Welt ist tatsächlich groß genug, dass man sich in vernünftigen Zeiten mit einer Randnotiz wie Ihnen nicht beschäftigten muss. In Wahrheit sind Sie nicht einmal eine Fußnote der deutschen Politgeschichte wert, obwohl Sie es nur allzu gerne im geliebten Paradies der Arbeiterklasse – vulgo DDR – gerne geworden wären. Eine gewisse Ähnlichkeit im nuschelnden Sprachduktus zur guten alten Margot, der alten Honeckerin, ist Ihnen ja nicht abzusprechen. Erste Kenntnis von Ihrem Dasein – abgesehen vom Kreis ihrer vermutlich sehr leidensfähigen Familie – erlangte die staunende Weltöffentlichkeit erst durch Ihre aus dem Vorleben reaktivierte Rolle als verhinderte Floristin im Thüringer Landtag, knallten Sie doch dem demokratisch gewählten und zum Rücktritt erpressten Ministerpräsidenten ein Sträußchen Gänseblümchen vor die Füße. Aber auch dieser proletoide Ausdruck mangelnder Erziehung ist eine Kommentierung meinerseits nicht wert, denn ich bin ja nicht Gehschule für auf das Notdürftigste reduzierte Individuen deutscher Subkultur. Nein, mir geht es um etwas anderes. Kürzlich sagten Sie, Nazis wie die AfD würde man daran erkennen, dass sie einen höflich grüßen und freundlich auf einen Kaffee einladen. Jetzt bin ich nicht in Kenntnis darüber, wie der Umgang in Ihrer stalinistischen Schmeißfliegenküche gepflogen wird. Ob man sich bei Ihnen familien- oder parteiintern gegenseitig angrunzt, anrülpst oder anuriniert. Sei es drum, nicht jeder unterscheidet sich im Ausdruck von den Tieren. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Aber zurück zu dem von Ihnen identifizierten Erkennungsmerkmal von Nazis. Gute Frau, ich weiß nicht, ob Sie an der Leninschule in Ihrer kleinen Kolchosenblase den Geschichtsunterricht geschwänzt haben, aber Nazis erkennt man daran, dass Sie 7 Millionen Menschen bestialisch umgebracht, der Welt den größten Krieg beschert haben. Nazis erkennt man daran, dass sie in ihrem Beginn andere Meinungen denunzierten, Andersdenkende verleumdeten und damit die Demokratie ausschalteten. Nazis erkennt man daran, dass sich Überlebende bis heute vor den Gräueln dieser Zeit fürchten.

Das kommt Ihnen alles bekannt vor? Deckungsgleich mit dem Weg der Nazis war der der von Ihnen verehrten Kommunisten, des Herrn Lenin, des Herrn Stalin. Qualitative Unterschiede im Morden gab es keine, bestenfalls quantitative. Lernen Sie zuerst Geschichte, bevor Sie in TV-Studios weiterhin Ihre Geschichtsrevision rülpsen. Und schauen Sie sich in den Spiegel, womöglich erkennen Sie die ersten Gesichtszüge des Autoritären.

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