Genau so geht „Staatsfunk“: ARD-Chefredakteur bejubelt Merkels „GroKo“

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Jörg Meuthen: Liebe Leser, eine moderne Demokratie kann nur dann wirklich gut funktionieren, wenn die Medien ihrer Aufgabe nachkommen, die Bürger objektiv über das Geschehen im Land aufzuklären.

Dies ist beileibe keine neue Erkenntnis. Beileibe ebenfalls keine neue Erkenntnis ist aber leider, dass viele Journalisten offensichtlich ein anderes Verständnis ihrer Funktion im Rahmen des demokratischen Willensbildungsprozesses haben – statt objektiver Information verbreiten sie lieber Lobeshymnen über die linksgrüne, zutiefst sozialdemokratisierte Merkel-„Regierung“.

Der aktuelle Fall: ARD-Chefredakteur Rainald Becker twitterte am Wochenende zum Grundrenten-Beschluss der sogenannten „GroKo“ das Folgende:

Eine Lobeshymne auf eine (auch inder CDU) hochgradig strittige politische Entscheidung, unters Volk gebracht vom zwangsgebührenfinanzierten Chefredakteur der ARD – eine solche Ergebenheitsadresse an die Bundesregierung war früher undenkbar, aber im vierzehnten Jahr unter Merkel scheint auch das nichts Besonderes mehr zu sein.

Diese Entwicklung ist aber im Sinne der Funktionsfähigkeit unserer Demokratie hochproblematisch, was übrigens auch die Bild-Zeitung in einem hervorragenden Kommentar zu diesem Tweet aufgriff. Ich zitiere:

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„Ein Journalist dankt der Regierung für ihre ach so großartige Politik. Was sich nach totalitären Systemen wie Russland oder China anhört, gibt es auch in Deutschland.

ARD-Chefredakteur Rainald Becker (59) feiert am Sonntagabend auf Twitter den Grundrenten-Kompromiss der GroKo regelrecht. […] Distanz des ARD-Chefs zur Regierungspolitik: Fehlanzeige! […]

Bedeutet: Der ARD-Chefredakteur verteidigte die Sozialpolitik der GroKo gegen Kritik. Und das ist nicht sein Job.“

https://www.bild.de/…/grundrente-ard-chefredakteur-feiert-k…
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In der Tat, das ist nicht sein Job. Es bewahrheitet sich damit ein weiteres Mal, was Helmut Schmidt bereits 2010 in Bezug auf politische Journalisten in Deutschland auf den Punkt brachte:

„Wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man, dass die politischen Journalisten eigentlich mehr zur politischen Klasse gehören und weniger zum Journalismus.“

https://beruhmte-zitate.de/…/132905-helmut-schmidt-wenn-ma…/

Aus exakt diesem fehlgeleiteten Selbstverständnis rührt letztlich das Misstrauen von immer mehr Bürgern gegenüber zahlreichen Medien – wenn statt Information Indoktrination geboten wird, ist der Ausschaltknopf schnell gedrückt.

Gedrückt, wenn auch in ganz anderem Sinne, ist in Anbetracht dieser Entwicklung auch die Stimmung bei vielen Zuschauern, die sich wehmütig an echten Qualitätsjournalismus erinnern. Qualitätsjournalismus, für den insbesondere das Credo des leider schon verstorbenen, aber bis heute unvergessenen Tagesthemen-Moderators Hanns Joachim Friedrichs stand, das da bekanntlich lautete:

„Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken […]. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.“

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9176410.html

Wie aber sollen die Zuschauer einem Fernsehsender vertrauen, dessen Chefredakteur Lobeshymnen auf die eigene Regierung twittert? Genau so geht Staatsfunk, von uns allen GEZ-zwangsfinanziert.

Zeit für ein Ende der öffentlich-rechtlichen Lobeshymnen auf die Regierung. Zeit für unabhängigen und objektiven Journalismus – ganz ohne GEZ. Zeit für die #AfD.

Zu welchen Peinlichkeiten die Abhängigkeit der Staatsfunker von der sie alimentierenden Politik führen kann, wurde übrigens schon vor einigen Jahren sehr eindrucksvoll von Udo van Kampen bewiesen, seines Zeichens langjähriger ZDF-Journalist: Bis heute unvergessen ist sein einsames Geburtstagsständchen für Angela Merkel auf einer gut besuchten Pressekonferenz. Wer diesen journalistischen Tiefpunkt noch nicht gesehen hat, kann es hier nachholen:

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