Friedrich Merz offen für höheren Spitzensteuersatz

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Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz zeigt sich offen für einen höheren Spitzensteuersatz für Top-Verdiener. «Einer moderaten Erhöhung des Spitzensteuersatzes für sehr hohe Einkommen würde ich mich nicht widersetzen – wenn im Gegenzug die Mittelschicht entlastet wird», sagte der Finanzexperte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). Entscheidend sei, den Facharbeiter «aus der steil nach oben steigenden Steuerprogression herauszuholen». Merz forderte zugleich die vollständige Streichung des Solidaritätszuschlages.

Der CDU-Politiker bedauerte ferner seine scharfe Wortwahl zum Erscheinungsbild der Regierung, das er vor dem CDU-Parteitag als «grottenschlecht» bezeichnet hatte. «Es hat den Sachverhalt, den ich ansprechen wollte, nicht genau genug getroffen. Ich würde es heute anders formulieren», sagte Merz. Die CDU dürfe nie den Eindruck entstehen lassen, untereinander illoyal zu sein, so Merz weiter. «Wenn ein solcher Eindruck von mir ausgehen würde, dann würde ich zu jedem Zeitpunkt alles dafür tun, um dieses Bild wieder geradezurücken.»

Ende 2018 war Merz im Rennen um den CDU-Vorsitz Annegret Kramp-Karrenbauer knapp unterlegen. Dass er dennoch als möglicher Kanzlerkandidat im Gespräch ist, schmeichelt ihm offenbar. «Ich wäre unehrlich, wenn ich sagen würde, dass mich das nicht freut. Aber es wundert mich auch ein wenig, dass dies über jemanden gesagt wird, der seit zehn Jahren nicht mehr in der Politik aktiv ist. Das zeigt, dass wir in Deutschland offensichtlich einen gewissen Nachholbedarf an politischen Führungspersönlichkeiten haben.»

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