Flüchtlings-Einsatz: Morddrohungen gegen Politiker in Hessen – Erschießungen angekündigt

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Ausschnitt des anonymen Schreibens an Kommunalpolitiker in Dreieich und Neu-Isenburg
Ausschnitt des anonymen Schreibens an Kommunalpolitiker in Dreieich und Neu-Isenburg

Bedrohungen aller Art sind inakzeptabel – aber der Frust, der sich entlädt, ist auch Ausdruck der Machtlosigkeit und der Auffassung, dass Politiker den Kontakt zum Bürger verloren haben und an den Problemen konsequent vorbeireden. Dass in erster Linie Kommunalpolitiker und Landespolitiker angegriffen werden, liegt daran, dass sie die einzige, wenn auch dünne und unwirksame Verbindung von Bundespolitikern zum Volk bilden.

Wenn die Götter auf dem Berliner Olymp sich immer mehr gegen ein real vorhandenes Volk abschotten, verbarrikadieren, schützen lassen, ihre einstigen Wähler immer perfider ignorieren, dann wenden sich die Menschen eben an die einzig erreichbaren Sprachrohre, die im Grunde aber auch hilflos sind mit jeglicher Eingabe und nicht ohne Gefahr, ihr Amt zu verlieren, unter dem Kartell ihrer jeweiligen Parteien zum Schweigen verdammt werden. Dann kommt maßloser Frust auf, den aber die „kleinen Leute“ auch nicht zum Anlass nehmen, gewalttätig zu werden.

Die Rechtsradikalen sind die Pest, aber die Linksradikalen die Cholera! Das Problem mit den Radikalen ist nicht, dass auch nur ein einziger einfacher Bürger mehr als früher einen Politiker bedroht, sondern die Radikalen sehen sich durch den allgemeinen tiefen Frust klammheimlich ermutigt, ihre Gewaltschwelle zu senken.

hessenschau.de vom 15.03.2016:

Wegen ihres Engagements für Flüchtlinge haben hessische Kommunalpolitiker Drohbriefe erhalten. Vergangenen Donnerstag sei ein Schreiben in Dreieich eingegangen und ein wortgleiches in Neu-Isenburg (Kreis Offenbach), sagte der Bürgermeister von Dreieich, Dieter Zimmer (SPD). Darin sei es um den Einsatz für Menschen mit muslimischem Glauben gegangen. Der Brief sei an Kommunalpolitiker von CDU, SPD, Grünen und Linken gerichtet gewesen. Den Medienberichten zufolge werden in den Briefen Erschießungen von Kommunalpolitikern angedroht, sollten diese ihren Kurs nicht ändern. Die anonymen Schreiber drohen ebenfalls Menschen muslimischen Glaubens zu erschießen, sollten die angeschriebenen Politiker „sich weiter so stark für Muslime engagieren“. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen. Nach einer Prüfung durch Sachverständige geht die Polizei aber nicht davon aus, dass eine akute Gefahr besteht.

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