EU-Türkei-Deal: Athen überfordert bei Rückführung von „Flüchtlingen“

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Symbolbild - Ankunft "Flüchtlinge" auf Lesbos
Symbolbild – Ankunft „Flüchtlinge“ auf Lesbos

Der Eindruck entsteht, dass Athen allmählich aufwacht und sich mit dem Gedanken beschäftigt, dass man außer Durchwinken einmal etwas Konkretes umsetzen muss, und prompt ist man auf finanzielle und personelle Hilfe angewiesen: Athen ist nicht in der Lage, „Flüchtlinge“ in die Türkei zurückzubringen. Offensichtlich fehlen Hunderte Asyl-Helfer und Tausende Polizisten, aber auch Dolmetscher, Asyl-Fachleute und Richter,  um die Vereinbarungen aus dem EU-Türkei-Deal umzusetzen. „Wir wissen noch nicht, wie wir die Beschlüsse in der Praxis handhaben sollen“, sagte ein Polizeivertreter. „Wir warten vor allem dringend auf das von der EU versprochene Personal, um die Asylgesuche rasch bearbeiten zu können, die Übersetzer, Anwälte, Polizisten – alleine schaffen wir das nicht“, fügte er hinzu.

Bezeichnend ist der Satz: „Allerdings ist die Verteilung der Menschen noch unklar. Da viele EU-Mitglieder kaum oder gar keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, könnten die meisten wieder nach Deutschland kommen“. – Im Klartext: für Deutschland ändert sich nichts!

Die Griechen haben sich von Anfang an darauf konzentriert, dass sie nichts tun können und sich fürs Durchwinken entschieden. Das war bekannt. Wenn die EU von Griechenland verlangt, den gemeinsam beschlossenen Plan innerhalb von 48 Stunden umzusetzen, sollte man meinen, dass sie vor diesem Hintergrund die Logistik und das Personal bereits für die Abreise nach Griechenland beisammen hat.

Griechenland wird mehr Zeit und Geld brauchen, die Türkei wird bald noch mehr Geld brauchen. Das Chaos von Merkels Willkommens Politik wird immer ersichtlicher. Der von Merkel durchgedrückte Deal war dem von ihr selbst vorgegebenen Zeitplan unterworfen. Sie braucht Erfolgsmeldungen, wie auch immer die zustandekommen.

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