Entsetzen über „illegale“ Maßnahmen gegen „Illegale“: Amnesty kritisiert Malta im Umgang mit Migranten

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Symbolbild

Mal wieder beklagt Amnesty International den Umgang mit sogenannten Flüchtlingen, der Vorwurf richtet sich diesmal gegen Malta. Die NGO wirft Malta gefährliche und illegale Maßnahmen vor, dazu gehören Zurückweisungen nach Libyen.

Malta muss sich unbedingt als „sicherer Hafen“ etablieren, um den „illegalen“ Einwanderern, die mit einem „hochseetüchtigen“ Kahn von der libyschen Küste zur Überfahrt starten und „unvorhersehbar“ in Seenot geraten, eine Aufnahme und Versorgung zu gewähren? Keineswegs darf sich Malta vor Personen mit vorwiegend ungeklärten Identitäten und überwiegend jungen Männern schützen, die aus wirtschaftlichen Gründen illegal eindringen wollen und die wenigsten einen Asylgrund vorweisen können?

In Anbetracht der Faktenlage, dass nur wenige EU-Mitgliedsländer sich der „Koalition der Willigen“ zusammengefunden haben und sich an der Aufnahme von Migranten aus Italien und Malta beteiligen, der Rest angesichts der Begleiterscheinungen und der Kosten dankend ablehnt, die Aufnahme von Bootsmigranten eine Sogwirkung entfaltet und der Migrationsdruck nicht minder wird, ist es nachvollziehbar, dass Malta zu Maßnahmen zur Abwehr von illegalen Migranten greift.

[…] Amnesty International wirft dem Mittelmeerstaat vor, das Leben von Flüchtlingen aufs Spiel zu setzen. Amnesty International hat Malta scharf für seinen Umgang mit Flüchtlingen im Mittelmeer kritisiert. Die „gefährlichen und illegalen“ Maßnahmen bei der Abweisung von Flüchtlingen hätten möglicherweise zu vermeidbaren Todesfällen geführt, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Maltesische Behörden missachten Recherchen der Menschenrechtsorganisation zufolge Hilferufe von Schutzsuchenden. „Auch werden Flüchtlinge und Migranten von maltesischen Behörden zurück nach Libyen verbracht, wo sie weiter schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind“, sagte der Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, Markus Beeko.

Malta hatte im Mai ein Abkommen mit Libyen geschlossen, durch das verhindert werden soll, das von dort Flüchtlinge in das Land gelangen. […] Quelle: Tagesschau.de

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