Diskriminierung: Offenburg streicht „Lustig ist das Zigeunerleben“ aus Repertoire des Glockenspiels

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Die Stadt Offenburg reagierte prompt auf ein Schreiben eines Mitglieds des Integrationsbeirats, selbst Angehöriger der Sinti und Roma, und streicht wegen Diskriminierung das Lied „Lustig ist das Zigeunerleben“ aus dem Repertoire des Glockenspiels.

Benjamin Harter fühlt sich offenbar durch das deutsche Volkslied, welches um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand, auf den „Schlips“ getreten und sah Handlungsbedarf, das Lied wegen diskriminierenden Textzeilen tilgen zu lassen, was auch funktionierte, schließlich schwenkte die Stadtverwaltung gleich die weiße Fahne und dem Antidiskriminierungswahn wird Genüge getan.

Deutschland braucht unbedingt ein Neusprech-Ministerium, um die politisch korrekte Sprachsäuberung voranzutreiben, damit Bücher, Filme, Schlagerlieder, Operetten, Speisekarten etc. einer sorgfältigen Prüfung und Ausmusterung unterzogen werden können.

Baden Online berichtet:

Im Februar wäre vom Glockenspiel auf dem Dach des Offenburger Rathauses wieder das Lied „Lustig ist das Zigeunerleben“ zu hören gewesen. Das Lied  wird aus dem Repertoire des Glockenspiels gestrichen, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Damit sei auf die Kritik von Benjamin Harter reagiert worden.

Harter ist Mitglied des Integrationsbeirats, selbst Angehöriger der Sinti und Roma, und habe in einem Schreiben darauf aufmerksam gemacht, dass in dem Volkslied negative Klischees über Sinti und Roma verbreitet werden: Es suggeriere, dass Angehörige der Volksgruppe keine Steuern zahlen müssen („Brauchen dem Kaiser kein Zins zu geben“), dass es sich um Diebe handele („Treiben die Zigeunerkunst, da kommen die Taler wieder all zu uns“) und weitere negative Konnotationen, heißt es.

Die Stadtverwaltung distanziert sich in ihrer Mitteilung abschließend „ausdrücklich von der diskriminierenden Wortwahl“ in dem Lied.


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