Der deutsche Zeigefinger: Steinmeier warnt Franzosen vor Nationalisten

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Das kommt in Frankreich immer gut an, wenn sich Deutschland oder deren hohe Vertreter als Oberlehrer aufspielen, um den Franzosen kurz vor der Wahl die EU zu erklären. Das mögen die Franzosen ganz besonders: Ein Deutscher, in diesem Fall Bundespräsident Steinmeier, mischt sich in den französischen Wahlkampf ein, also in die Angelegenheiten eines anderen Staates, und warnt die Franzosen mit erhobenem Zeigefinger vor den Nationalisten, gemeint vor Front National und Marine Le Pen. Sowas wird sicherlich auch in Frankreich als typisch deutsche Bevormundung aufgefasst?

Steinmeier ist sich sicher, die EU ist für alle ein Gewinn, auch für Frankreich. Was Steinmeier eigentlich meinte, die EU ist in erster Linie für die Hundertschaften von EU Abgeordneten ein Gewinn, die mehrheitlich eher an ihrer eigenen Versorgung und der ihren nächsten Angehörigen interessiert sind, als dem Wohlsein der EU Bürger. Da könnte ein womöglich angestrebter Fraxit der Nationalisten den Selbstbedienungsladen in Brüssel lahmlegen?

[…] Bundespräsident Steinmeier hat die Franzosen vor falschen Versprechen der Nationalisten gewarnt und an die Bedeutung der EU erinnert. In einem Interview mit der Funke-Mediengruppe und der französischen Zeitung Ouest-France sagte Steinmeier: „Hört nicht auf die Sirenengesänge derer, die euch eine große französische Zukunft nach der Beseitigung all dessen versprechen, was heute auch zu Frankreich gehört – ein Garant europäischer Stabilität und Grundpfeiler der Europäischen Union zu sein.“

„Diese EU mag schwierig sein, aber sie ist für uns alle ein Gewinn, auch für Frankreich.“ Nur ein starkes Europa könne weltweit Einfluss haben. Würde dies verhindert, wie populistische Parteien in Frankreich es forderten, dann werde Europa nicht zum Spieler, sondern zum Spielball anderer Mächte. Deshalb stehe bei den bevorstehenden Präsidentenwahlen in Frankreich für ganz Europa viel auf dem Spiel. […] Quelle: Zeit Online

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