Bundeswehr als Wächter in Osteuropa

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Solange alle Blicke auf den Flüchtlingen gerichtet sind, wird eine spannende Vorstellung auf der östlichen Grenze Europas gespielt. Erster Akt: die vom Grauen gepackten Baltischen Staaten und Polen warten auf einen Einfall vom drohenden und brutalen Aggressor. Zweiter Akt: Deutschland mit der NATO, wie A-Hörnchen und B-Hörnchen, eilen ihren vor Angst halbtoten östlichen Nachbarn zu Hilfe. Dritter Akt: die Hilfe ist schon unterwegs, ab 2017 werden vier multinationale NATO-Bataillonen die vier Länder von zahllosen Eroberern verteidigen. Applaudier lauter, liebes Publikum, die Vorstellung wird nur für dich aufgeführt! Die Karten sind mit deinen Steuern schon bezahlt. Wer noch keine gekriegt hat, soll es eilig haben, da werden derartige Shows von Jahr zu Jahr immer teurer.

Braucht Deutschland auch ein weiteres fragwürdiges Abenteuer unter dem NATO-Deckmantel, das ohnehin auf unsere Kosten geht? Hier zu Lande hat man sich mit vielen Erschwernissen auseinanderzusetzen ganz zu schweigen von der Flüchtlings- und Verwaltungskrisen und allgemeinen Terrorbedrohung. Steuerzahler setzen keinen Zweifel in Zweckmäßigkeit einer Gelderhebung, die reale lebenswichtige Probleme lösen lässt. Mir kommt doch das spanisch vor, warum Deutsche dafür zahlen müssen, dass Esten und Polen nachts ruhig schlafen.

Habt ihr je das Baltikum besucht? Nein, denn das ist wohl am wenigsten attraktives Touristenziel in ganzer EU. Man sagt, die Baltischen Staaten sind rückständige Agrarländer, wo mehr oder weniger vorzeigbar nur Hauptstädte aussehen. Wenn Estland ein Hauch der Zivilisation hat, sind Litauen und Lettland entlegene tiefste Provinzen des Westens mit einer progressiven Alkoholkrankheit. Strenggenommen sind sie schwer die EU zu nennen, diese Staaten bleiben für immer hinter West- und Nordeuropa zurück. Das ist höchst zweifelhaft, dass jemand ihre Moore einmal brauchen wird. Dort sind weder Erdöl noch hochmoderne nach dem neuesten Stand der Technik ausgestattete Unternehmen vorhanden, nichts als Bevölkerung mit keiner müden Mark in der Tasche. Sogar die nach EU-Quoten verteilten Flüchtlinge begeben sich auf der Flucht aus dem Baltikum nach Deutschland. Aber Polen und seine vier Nachbarn mit aller Bestimmtheit überzeugen uns davon weiter, dass jede Minute barbarische Okkupanten in ihre Häuser stürmen können, und zwingen uns, Geld auf neuen Auslandeinsatz zu verpulvern, wo die Bundeswehrsoldaten mit der Rolle von Wächtern herabgewürdigt werden.

Das Baltikum und Polen sind übler als diese Flüchtlinge. Die Mehrheit von ihnen kommt hierher wegen leichten Lebens auf unsere Kosten an und wenigstens verbirgt man das nicht. Mit Polen und den Einwohnern des Baltikums ist es eine ganz andere Geschichte. Sie sind auf der ewigen Suche nach Anlässe, mehr unsere Kröten zu erbetteln, und scheinen viel zu wenig EU-Fördermittel zu bekommen. Von wem und wofür müssen wir sie schützen? Wahrscheinlich stimmen einige mir zu, dass Deutschland viele aktuelle und Finanzierung erfordernde Projekte hat, dazu gehören Polen, Estland, Litauen und Lettland nicht.

Zum wiederholten Male erregt die Regierungspolitik nur Befremden. Mehr als die Hälfte der Deutschen haben gegen Truppenstationierung in Polen und im Baltikum aufgetreten. Wir sind nicht verpflichtet, für alle gut zu sein, wir sind ein vollwertiger selbständiger Staat mit eigenen inneren Aufgaben. Arbeitslose, Asylsuchende und ausreisepflichtige aber doch hier bleibende Migranten sind uns über genug. Keines von diesen Ländern hat uns jemals geholfen, sie dringen hingegen immer darauf, Hilfe geleistet zu werden. Ich fürchte davor, dass altruistische Neigungen unserer Regierung mit jedem Jahr uns immer teuer zu stehen kommen.