„Bootsmigranten“ wollen nicht nach Tunesien: Viel Geld an Schlepper bezahlt, um nach Europa gebracht zu werden

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Symbolbild

Seit Tagen sitzen Dutzende Glücksritter auf dem Versorgungsschiff „Sarost 5“ auf dem Mittelmeer vor der tunesischen Küste fest, der Shuttle-Service ist sozusagen unplanmäßig ins Stocken geraten, weder Malta noch Tunesien signalisieren Aufnahmebereitschaft und schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. Tunesien kommt für einige der „geretteten Schiffbrüchigen“ ohnehin nicht infrage, schließlich haben sie eine Menge Geld für das Schleusen nach Europa ausgegeben und damit das Eintrittsticket für die europäischen Asylsysteme gekauft, um mit wenig Aufwand Sozialleistungen zu erhalten, die in Teilen Afrikas das Einkommen mehrerer Jahre entsprechen.

[…] Dutzende Migranten sitzen weiterhin auf dem Mittelmeer vor der Küste Tunesiens fest. Die „Sarost 5“ hatte die Geflüchteten am 13. Juli von einem Schlauchboot gerettet, dem der Treibstoff ausgegangen war. Die Menschen an Bord des Versorgungsschiffes seien zunehmend erschöpft, sagte Monji Selim, ein Mitarbeiter des tunesischen Roten Halbmond, am Montag.

„Wir haben ein Problem, das es so noch nicht gab“, sagte Selim. „Die Migranten sind in der Such- und Rettungszone Maltas gerettet worden, aber ihnen wurde nicht erlaubt, in Zarzis einzulaufen.“ Die Behörden von Tunesien und Malta schieben sich in dem Fall die Verantwortung zu. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Tunis hatte vergangene Woche gesagt, die Rettung habe im Verantwortungsbereich Maltas stattgefunden. Die maltesische Regierung meldete sich am Freitag zu Wort: Eine Ausschiffung müsse am nächstgelegenen sicheren Ort geschehen. Dieser liege in diesem Fall in Tunesien.

Der Kapitän des Bootes habe es Helfern und Ärzten verboten, an Bord zu gehen, solange das Schiff nicht in Zarzis anlegen dürfe, sagte Selim. Hilfsorganisationen berichteten, einige der etwa 40 Migranten lehnten es aber ab, in Tunesien an Land zu gehen, weil sie viel Geld an Schlepper bezahlt hätten, um nach Europa gebracht zu werden. […] Quelle: Focus Online/23.7.2018

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