BDK: Personalnöte bei der Polizei führen zur „Beileidspolizei“

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„Guten Tag, danke, dass Sie die Polizei gerufen haben. Es tut uns leid, was Ihnen passiert ist. Mehr können wir aber nicht für Sie tun! Auf Wiedersehen, Ihre Polizei!“

Diesen Text werden Berlins Bürger und Besucher künftig öfter zu hören und zu spüren bekommen. Zur Vereinfachung des Personalgeschäfts hat sich die Polizeiführung entschlossen, die spezialisierte Trennung zwischen Schutz- und Kriminalpolizei weiter aufzuweichen. Durch eine Gesetzesänderung wird es jetzt nämlich nicht nur zugelassen, sich gleichermaßen, auch ohne nachgewiesene Sach- und Fachkunde, auf alle Aufgaben- und Tätigkeitsfelder der Polizei zu bewerben, sondern auch dort verwendet zu werden.

  • – Nase voll vom schutzpolizeilichen Wach- und Wechseldienst?
  • – Auf zur Kripo! – keine Leute, um den Funkwagen zu besetzen?
  • – Das dürfen auch die Kripos!
  • – Schlechte Aufstiegschancen bei der Kripo? Auf zur Schutzpolizei!

Mit dem Argument von Harmonisierung und Gerechtigkeit im Personalwesen wird Fachkompetenz für nachrangig erklärt. Das Ansehen der Polizei wird unter der Entprofessionalisierung leiden.

Der BDK fordert erneut:

  • Eine personell und fachlich gut ausgestattete Schutzpolizei, die schnell zur Stelle ist, den Tatort sichert und Opfern von Straftaten beistehen kann.
  • Eine personell und fachlich gut ausgestattete Kriminalpolizei, die ermitteln, aufklären, Täter überführen und somit Straftatenserien beenden kann.

„Wir müssen nur die Bandbreite der Anforderungen an die Schutzpolizei betrachten: von Demos über Sportgewalt zu häuslicher Gewalt, Verkehrssicherheitsarbeit, bis hin zum Schutz des ÖPNV, um zu wissen: für’s Straftatenermitteln bleibt da wenig Zeit!“, so Berlins BDK-Vize Carsten Milius. „Und für die Kripo reicht die Palette von Einbrüchen über Taschendiebstahl und Cybercrime bis hin zu Wirtschaftskriminalität, Terrorabwehr, Jugendgewalt, Sexualdelikte und OK, um nur einige Felder zu nennen. Das kann nicht jeder sofort!“ so Milius weiter.

„Nur um das Personalgeschäft auf dem Papier einfacher zu machen, dürfen wir nicht die bewährte Spartentrennung zwischen Schutz- und Kriminalpolizei aufgeben! Dabei geht es nicht um einen Wettstreit zwischen den beiden, sondern um die Sicherheit der Bürger und Besucher Berlins!“ so Milius abschließend.

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