BAMF-Asyl-Skandal: Sollte Josefa Schmid mundtot gemacht werden?

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Der BAMF-Asyl-Skandal nimmt Ausmaße an, die man bislang nur aus Bananenrepubliken kannte. Eine Enthüllung folgt der nächsten und das Ende der Fahnenstange scheint noch lange nicht erreicht zu sein. Nun eine weitere Offenbarung, das Machtspielchen der Seilschaften: Versuchte der BAMF-Vorgesetzte die Leiterin der Bremer Flüchtlingsbehörde, Josefa Schmid, mit Druck mundtot zu machen, um eine Veröffentlichung der Missstände und die Aufklärung der Schlampereien zu verhindern?

[…]  Der Onlineredaktion von Merkur.de und tz.de wurde nun ein Fax des Anwalts von Josefa Schmid zugespielt, das an das Oberverwaltungsgericht Bremen ging – mit höchst brisanten Details und datiert auf den 22. Mai 2018. Es handelt sich dabei um eine Beschwerde der ehemaligen Leiterin der Bremer Außenstelle des Bamf über ihre Versetzung nach Deggendorf. Schmid, zugleich Bürgermeisterin der Gemeinde Kollnburg in Niederbayern, macht darin auch Bamf-Präsidentin Jutta Cordt schwere Vorwürfe.

Der Bericht ist gespickt mit Indizien und Versicherungen Schmids, die Anlass zur Vermutung geben, dass die Bundesbehörde aus Furcht vor einem neuerlichen Skandal versuchte, mit Druck auf die Beamtin, weiteres Aufsehen zu vermeiden.

Dem Bamf ginge es demnach „nur um die Vermeidung einer verheerenden Außenwirkung“. Das Gesprächsprotokoll (liegt der Redaktion vor) zeige die „Sorge um den Ruf des Amtes“, aber auch, „dass die Geschichte mit Frau B. (Schmids Vorgängerin in Bremen) nicht an die Öffentlichkeit kommen dürfe“, zumal „wohl auch Mitarbeiter aus der Zentrale in die Vorgänge verstrickt“ seien. Präsidentin Cordt soll demnach zudem verfügt haben, „dass die Zahl der Personen, die darüber informiert seien, klein gehalten“ werden müsse.

Bereits im Vorfeld des Gesprächs vom 27. April soll Schmid vom Vorgesetzten W. mündlich eingeschüchtert worden sein: Schmid versichert an Eidesstatt, dass W. gesagt haben soll: „Wenn noch ein weiterer Bericht über Sie im Zusammenhang mit dem Bremer Asylskandal veröffentlicht wird, werden Sie abgezogen. Mit dem Innenministerium des Bundes ist das so vereinbart.“ […] Weiterlesen

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