Aus griechischen Lagern: Sozialmediziner fordert Aufnahmeprogramm für „Flüchtlinge“ mit Körperbehinderung

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Symbolbild

Nachdem die Bundesregierung ein Aufnahmeprogramm von insgesamt 350 bis 500 „Flüchtlingskinder“ aus griechischen Lagern beschlossen hat, bevorzugt unbegleitete „Minderjährige“ oder jene die dringend behandlungsbedürftig seien, fordert nun der Sozialmediziner Gerhard Trabert ein weiteres Aufnahmeprogramm für „Flüchtlinge“ mit Körperbehinderungen. Und dabei bleibt es natürlich nicht, danach kommen Ehepartner, Eltern, Großeltern, Geschwister und sonstige Verwandte nach Deutschland?

Aus humanitären Gründen soll Deutschland auch  „Flüchtlinge“ mit Körperbehinderung aufnehmen, die dauerhaften Behandlungskosten übernehmen selbstverständlich gerne die Beitragszahler, während diese z.B. bei Zahnbehandlungen, für eine neue Brille oder Medikamente immer mehr zuzahlen müssen und die Beiträge zur Krankenkassenversicherung erhöht werden.

Noch ein Aufnahmeprogramm, nochmal ein Kontingent, all das wäre nicht nötig, wenn die Unterbringung, medizinische Versorgung etc. in Griechenland verbessert werden würde, als wenn ständig gefordert wird, weil die Situation in den griechischen Lagern derart miserabel ist, dass unbedingt „Flüchtlinge“ nach Deutschland geschafft werden müssen. Die schwierige Lage und Überfüllung in den griechischen Camps könnte auch dadurch entlastet werden, wenn abgelehnte Asylbewerber in ihre Heimatländer zurückgeführt werden.

Ärzte Zeitung (Archiv) berichtet:

Der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert hat die Bundesregierung aufgefordert, in der Ägäis gestrandete Flüchtlinge mit Körperbehinderungen aufzunehmen.

Nach der Zustimmung zur Aufnahme von 243 kranken Kinder und ihren Kernfamilien aus griechischen Lagern müsse es ein solches Programm auch für die Menschen mit Kriegsverletzungen aus Syrien oder Afghanistan geben, sagte Trabert am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die Verpflichtung dazu ergebe sich allein schon aus der UN-Behindertenrechtskonvention.

Trabert brach am Wochenende zu einer weiteren Reise auf die Insel Lesbos auf. Das 2015 in einer ehemaligen Militäreinrichtung errichtete Aufnahmezentrum Moria ist mit etwa 14.000 Menschen das größte Flüchtlingslager Europas und restlos überfüllt. Begleitet wird Trabert von der chilenischen Physiotherapeutin Fabiola Velasquez von der Initiative Earth Medicine. Mit ihr will er in den Lagern Moria und Kara Tepe zusammenarbeiten. In Kara Tepe sind vor allem Familien und Menschen mit Behinderungen untergebracht.

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